Das denkmalgeschützte Mutterhaus der Barmherzigen Schwestern in der Münchner Innenstadt wurde saniert, energetisch ertüchtigt und für klinische Nutzungen sowie Verwaltungseinheiten des LMU Klinikum umgebaut. Im „St. Vinzenz Haus“ befinden sich heute Ambulanzen und Tageskliniken, Arzt-, Büro- und Therapieräume der Kliniken für Kinder- und Jugendpsychiatrie sowie für Psychosomatik und Psychotherapie, des Instituts für Allgemeinmedizin sowie Lehrräume der Carl-August-Heckscher-Schule.
Aus dem ehemaligen Kirchenraum entstand ein multifunktionaler Veranstaltungsraum, der sogenannte Friedrich-von-Gärtner-Saal. Der ehemalige Kreuzgang, der im Erd- und ersten Obergeschoss den Innenhof umläuft, wurde durch Glaselemente unterteilt und brandschutztechnisch ertüchtigt, sodass er weiterhin als räumliches Element des historischen Klosterbaus erlebbar bleibt. Die Hauptflure dienen heute nicht mehr nur als reine Verkehrsflächen, sondern auch als Aufenthaltsbereiche. Mit dem Umbau wurde Raum für moderne klinische Nutzungen geschaffen, ohne den Charakter des denkmalgeschützten Gebäudes zu verändern.
Das als Einzeldenkmal geführte Gebäude wurde 1837 nach Plänen von Friedrich von Gärtner als Klosterbau errichtet. Der von Ludwig I. nach München berufene Orden der Barmherzigen Schwestern widmete sich vor allem der Krankenpflege, weshalb das Gebäude im ersten Obergeschoss über einen Brückenbau mit einem Klinikgebäude verbunden wurde. Nach der Profanierung im Jahr 2000 nutzte das Klinikum der Universität München Teile des Gebäudes, bevor es seit 2007 weitgehend leer stand. Im Jahr 2016 begann die Planung der umfassenden Generalsanierung.
Nachhaltigkeit im Projekt
Für das St. Vinzenz Haus wurde vor der Ausschreibung eine detaillierte Ökobilanz verschiedener Bodenbelagsmaterialien erstellt. Auf Grundlage dieser Lebenszyklusanalyse sowie der Toxizitätswerte wurde ein besonders umweltfreundlicher Bodenbelag ausgewählt, um den ökologischen Fußabdruck zu reduzieren. Dadurch konnten die CO₂-Emissionen über Produktion, Verlegung und Nutzungsphase hinweg minimiert werden.
Zudem wurde gezielt darauf geachtet, gesundheitsschädliche Emissionen möglichst gering zu halten und den Nutzerkomfort langfristig zu verbessern.
St. Vinzenz Haus - Sanierung eines ehem. Mutterhauses für klinische psychiatrische Nutzung
Bauherr: Staatliches Bauamt München 2
Planung: 10/2016 - 03/2018
Ausführung: 03/2018 - 03/2022
Baukosten: ca. 24,0 Mio. €
Projektbearbeitung:
Andreas Müller, Bärbel Heitzer, Niki Asimi, Wolfram Kottmeier, Magdalena Junkes, Leona Schwab, Sicco Schmidt, Rossella Balistreri, Hilton Ashta, Anna Storm, Kim Djukow
Buch zum Projekt als Download