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Kai Otto Architekten begleitet die umfassende Modernisierung der elektrischen Infrastruktur auf dem Gelände des Max-Planck-Instituts in Martinsried. Die bestehenden, im Gebäude untergebrachten Trafostationen und Elektroanlagen sind veraltet und werden aus Sicherheitsgründen ausgelagert und durch fünf neue Stationen ersetzt.

Vier der neuen Stationen sind als Trafostationen mit zusätzlichen Räumen für Nieder- und Mittelspannungsanlagen konzipiert. Die fünfte Station dient ausschließlich der Unterbringung elektrischer Anlagen ohne Traforaum. Die Errichtung erfolgt zügig: Wöchentlich werden die Wände der einzelnen Stationen gestellt, die Zwischenräume anschließend abschnittsweise ausbetoniert.

Die Traforäume müssen besonders hohen Druckbelastungen standhalten, die nur mit einer Bauweise aus Stahlbeton zuverlässig erfüllt werden können. Um Ressourcen und Abfall zu sparen, haben wir uns für eine Stahlbeton-Fertigbauweise entschieden.

Die Gebäude erhalten eine Fassadendämmung und eine hinterlüftete Rhombusschalung aus Lärchenholz, die verschraubt und nicht verklebt wird. Im Erdreich kommen wasserundurchlässige Betonwände mit zusätzlicher Abdichtung zum Einsatz, um die empfindlichen elektronischen Anlagen optimal zu schützen. Die Flachdächer werden extensiv begrünt, die Entwässerung erfolgt oberirdisch über eine Muldenversickerung. Sämtliche Betonteile werden mit CO₂-reduziertem CEM III-Beton ausgeführt.

Nachhaltigkeit im Projekt

Die neuen Elektroanlagen für das Max-Planck-Institut in Martinsried setzen konsequent auf nachhaltige Baumaterialien und Konstruktionen. Es wurde CO₂-armer CEM III-Zement verwendet, wodurch die Betonfertigteile dem Level-3-Standard (mindestens 50% Treibhausgasreduktion gegenüber dem Branchenwert) entsprechen. Die Vorfertigung der Bauteile im Werk minimiert zudem Transportemissionen und Ressourcenverbrauch, da auf der Baustelle nur eine effiziente Montage erfolgt.

Die Gebäude erhalten extensive Dachbegrünungen, die Niederschlagswasser speichern, die Kanalisation bei Starkregen entlasten, einen zusätzlichen Dämmeffekt bieten und im Sommer durch Verdunstung das Mikroklima verbessern. Ergänzt wird dies durch eine unbehandelte, hinterlüftete Holzfassade, die natürliche Materialien nutzt, die Atmungsaktivität des Gebäudes fördert und langlebig sowie wartungsarm ist.

    Neue Elektroanlagen für das Max-Planck-Institut in Martinsried

    Bauherr: Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e. V.

    Planungsbeginn: 11/2018
    Ausführung: 11/2024
    Baukosten: ca. 11,5 Mio €

    Projektbearbeitung: Gerald Koniakowsky, Barbara Roussis, Leonhard Kasper, Bert Rasenberger, Caroline Ganz

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